Zusammenfassung
Sportspiele sind Videospiele, die körperliche Aktivität erfordern. Zu den bekanntesten Formen zählen Exergames und Serious Games. Während Exergames in erster Linie der Unterhaltung dienen, verfolgen Serious Games zusätzlich einen konkreten Zweck, beispielsweise die Förderung von Bewegung, Bildung oder Gesundheit.
Der Einsatz solcher Spiele nimmt insbesondere in der Geriatrie stetig zu.
SilverFit entwickelt motivierende und zertifizierte medizinische Trainingssysteme in Spielform. In diesem Artikel werden drei Systeme vorgestellt: SilverFit 3D, SilverFit Mile und SilverFit Flow. Anhand praktischer Beispiele sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse wird dargestellt, wie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten diese Systeme erfolgreich in ihre Behandlung integrieren.
Einleitung
Im Jahr 2024 erfüllten 46 % der niederländischen Bevölkerung die nationalen Bewegungsempfehlungen. Bei Menschen über 65 Jahren lag dieser Anteil lediglich bei 39 %. Die niederländische Regierung hat gemeinsam mit dem Statistikamt das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2040 rund 75 % der Bevölkerung die Bewegungsempfehlungen erfüllen.
Bewegungsmangel und langes Sitzen haben nachweislich negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Körperliche Inaktivität beschleunigt sowohl den körperlichen als auch den kognitiven Abbau, während regelmäßige Bewegung das Wohlbefinden deutlich verbessert.
Sportspiele sind Videospiele, die durch körperliche Bewegung gesteuert werden. Zu den häufigsten Formen zählen Exergames und Serious Games. Während Exergames vor allem der Unterhaltung dienen, verfolgen Serious Games zusätzlich ein konkretes Ziel, etwa die Förderung von Bewegung, Bildung oder Gesundheit.
SilverFit gehört zu den Unternehmen, die solche Serious Games in Form zertifizierter medizinischer Trainingssysteme entwickeln. Die Systeme fördern sowohl körperliche als auch kognitive Aktivität und werden in der Physiotherapie, in der geriatrischen Rehabilitation sowie in Krankenhäusern eingesetzt. Laut medizinischem Fachpersonal können Patient*innen längere Sitzungen besser durchhalten, wenn die Schulung als angenehm und sinnvoll erlebt wird. Die Wünsche von Gesundheitsfachkräften und Kunden werden während der Entwicklung berücksichtigt und die Spiele werden in der Praxis umfassend getestet. Darüber hinaus können die Übungen präzise auf die individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Klienten zugeschnitten werden.
In diesem Artikel besprechen wir die drei Systeme von SilverFit: SilverFit 3D, SilverFit Mile und SilverFit Flow, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen von Gesundheitsfachkräften.
SilverFit 3D

Hintergrund
Die SilverFit-3D-Konfiguration besteht aus einem Bildschirm mit integriertem Minicomputer sowie einer 3D-Kamera, die Bewegungen der Nutzerinnen und Nutzer erfasst. Mit SilverFit 3D lassen sich zahlreiche grobmotorische Bewegungen, die in der geriatrischen Rehabilitation trainiert werden, in spielerischer Form umsetzen.
Beispiele für Übungen:
- Sitzübungen
- Sitz-zu-Stand-Transfers
- Gleichgewichtsübungen
- Gehübungen
Praxisbeispiel: Parkinson und Sturzangst
Ein Mann mit Parkinson wurde in der Sint Jacob Kliniek in Haarlem von der geriatrischen Physiotherapeutin Marijntje Borgwat behandelt. Dem Mann wurde eine Levodopa-Pumpe gegeben , die Medikamente direkt in den Dünndarm verabreicht. Infolgedessen verschlechterten sich seine Fähigkeiten vorübergehend. Zu Beginn der Therapie konnte er mit Gehhilfen lediglich etwa zehn Meter gehen. Durch gezieltes Gleichgewichtstraining verbesserte sich seine Mobilität deutlich. Auf der Berg-Balance-Skala erreichte er schließlich 52 Punkte – ein Wert, der grundsätzlich selbstständiges Gehen ermöglicht. Dennoch blieb er unsicher und ging aus Angst vor einem Sturz mit einer Gehhilfe. Um sein Selbstvertrauen weiter zu stärken, wurde das SilverFit 3D eingesetzt. Während der Übungen konzentrierte sich der Patient auf das Spielgeschehen, wodurch seine Aufmerksamkeit weniger auf der Angst vor dem Fallen lag.
Laut der Physiotherapeutin Marijntje Borgwat war der Mann während der traditionellen Übungen sehr ängstlich. „Zum Beispiel, wenn er neben der Bank einen Schritt zur Seite machen und gleichzeitig einen Ball werfen müsste, würde er vor Angst vor dem Fallen so angespannt werden, dass er die Übung abbrechen würde.“ Bei verschiedenen Balanceübungen auf dem SilverFit 3D litt er nicht darunter. Er konzentrierte sich auf das Spiel, hatte Spaß und kam daher mit mehr Motivation in den Trainingsraum. Es war auch wichtig, dass er selbst bemerkte, wie er besser wurde, denn seine Ergebnisse in den Spielen verbesserten sich. Das gab ihm Selbstvertrauen und stimulierte sein Engagement. Ein Beispiel für ein Spiel ist: ‚Fang den Wolf‘, bei dem der Spieler Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen übt. Im Spiel übernimmt der Spieler die Rolle des Bauern und schützt eine Schafherde, indem er strategisch vor- und rückwärts geht, damit ein herannahender Wolf ihn nicht erreicht. „Am Anfang ließ er noch viele Wölfe durch, aber er wurde immer besser und stoppte jedes Mal mehr Wölfe, das motivierte ihn enorm.“
Sie erwähnt auch, dass das SilverFit 3D Entlastung ermöglichen kann. Anfangs war Marijntje immer da, wenn sie mit dem SilverFit 3D zum Training gingen. Aber irgendwann hatte sich der Herr daran gewöhnt und hatte während der Übungen Selbstvertrauen. Dies schuf Raum, damit Marijntje eine kurze Beratung mit einem Kollegen führen oder andere Aufgaben erledigen konnte. Dadurch konnten die Sitzungen auch länger dauern, oft bis zu 45 Minuten, während sie normalerweise auf 30 Minuten begrenzt waren, was dem Kunden sehr gefiel. „Er hatte nicht das Gefühl, dass alles überstürzt werden musste, und hatte mehr Zeit, in seinem eigenen Tempo zu üben.“ „Die Investition in Zeit und Lernen ist am Anfang vorhanden, sowohl für Klienten als auch für Physiotherapeuten, aber es zahlt sich definitiv aus!“ Sein Behandlungsziel ist nun erreicht und er ist nach Hause gegangen.
Praxisbeispiel: Rückenmarksverletzungen – Kraft- und Gleichgewichtsübungen
Eine 72-jährige Frau aus Curaçao wurde am Standort Meerweide der Organisation Aafje in Rotterdam von der geriatrischen Physiotherapeutin Shannen van den Berg-Boutestijn behandelt, die über sieben Jahre Berufserfahrung verfügt.
Nach einer Rückenmarksverletzung und mehreren Rückenoperationen hatten ihre Beine teilweise wieder Funktionen erlangt, jedoch blieb die Koordination eingeschränkt. Selbstständige Transfers waren daher zunächst nicht möglich. Der Therapieplan konzentrierte sich auf den Aufbau der Beinmuskulatur sowie auf funktionelle Übungen mit dem Ziel, wieder sicher stehen und Transfers – etwa vom Stuhl zur Toilette – selbstständig durchführen zu können.
Der SilverFit 3D wurde insbesondere für Kraft- und Gleichgewichtsübungen eingesetzt. Shannen erklärt, dass viele traditionelle Übungen eher statisch gestaltet sind:
„Die Gleichgewichtsübungen im SilverFit 3D werden spielerisch umgesetzt – sowohl statisch als auch dynamisch. Dadurch macht das Training mehr Spaß und die Klientinnen und Klienten führen automatisch mehr Wiederholungen durch.“
Die Patientin hatte sichtbar Freude an den Übungen. Durch die im Spiel angezeigten Ergebnisse und das direkte Feedback erkannte sie ihre Fortschritte selbst, was ihre Motivation zusätzlich steigerte.
Mit der Zeit begann sie sogar, sich eigene Ziele zu setzen. Im Spiel „Der Maulwurf“ wollte sie beispielsweise bei jeder Einheit mindestens drei Punkte mehr erreichen als zuvor.
Bei diesem Spiel erscheint auf dem Bildschirm ein Spielfeld mit 3×3 Feldern. In diesen Feldern tauchen Maulwürfe auf, die der Spieler „treffen“ muss, indem er auf das entsprechende Feld tritt oder sich dorthin bewegt. Dabei werden Gleichgewicht, Koordination und Reaktionsfähigkeit trainiert. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich individuell anpassen, etwa indem die Maulwürfe schneller verschwinden oder häufiger erscheinen. Auf diese Weise kann auch die Reaktionsgeschwindigkeit gezielt trainiert werden.
Da die Dauer der Trainingseinheiten gleich blieb, sich jedoch die Ergebnisse kontinuierlich verbesserten, konnte Shannen anhand der im Klientenprofil gespeicherten Daten nachvollziehen, dass sich die funktionellen Fähigkeiten der Patientin deutlich verbesserten.
Praxisbeispiel: Funktionserhalt bei Parkinson
Ein Mann mit Parkinson besucht einmal pro Woche die Physiotherapie am Standort De Plantage der Organisation Careyn in Brielle, wo er seit über drei Jahren von der Physiotherapeutin Jill Verelzen behandelt wird.
Ziel der Therapie ist in erster Linie der Erhalt der vorhandenen Funktionen, da Parkinson eine fortschreitende Erkrankung ist. Der Fokus liegt aktuell auf Kraft, Ausdauer, Gehfähigkeit und Gleichgewicht. Der Patient ist weiterhin sehr aktiv und geht täglich etwa fünf Kilometer spazieren.
Jill nutzt den SilverFit 3D, um Gleichgewichts- und Gehübungen abwechslungsreicher und effektiver zu gestalten.
„Die Übungen werden deutlich besser ausgeführt“, berichtet sie. „Wenn ich dieselbe Übung mit Markierungshütchen am Boden durchführen würde, würde er schneller aufgeben. Mit dem Spiel ‚The Mole‘ auf dem SilverFit 3D schafft er problemlos drei Minuten.“
Das Spielelement motiviert den Patienten besonders. Er versucht regelmäßig, seine eigene Bestleistung zu übertreffen
Der SilverFit 3D registriert seinen Fortschritt automatisch, was Jill bei der Bewertung der Therapie unterstützt. Der Patient ist sehr begeistert von dem Training und bindet sogar seine Familie ein. Um die Herausforderung zu erhöhen, ergänzt Jill die Übungen gelegentlich durch zusätzliche Elemente wie eine Stufe oder eine Balancematte. Dadurch werden Gleichgewicht und Stabilität weiter gefordert.
Der Patient geht weiterhin täglich fünf Kilometer spazieren, und auch seine Ergebnisse in den Gleichgewichts- und Gehübungen verbessern sich kontinuierlich.
SilverFit Mile

Hintergrund
Die SilverFit Mile besteht aus einem Bildschirm mit integriertem Minicomputer, der mit verschiedenen Bewegungsgeräten – beispielsweise einem aktiv-passiven Bewegungstrainer oder einem Ergometer – verbunden ist.
Das System kombiniert Bewegung mit virtuellen Fahrradrouten aus verschiedenen Ländern und Städten. Während des Trainings können Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise durch bekannte Straßen radeln oder auch historische Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten betrachten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eigene Routen über Google Street View zu erstellen.
Forschung zum SilverFit Mile
Die virtuellen Routen können Erinnerungen wecken und motivieren Klientinnen und Klienten dazu, länger zu trainieren als ohne visuelle Unterstützung.
Studien zeigen außerdem, dass Menschen mit Demenz bei der Nutzung der SilverFit Mile mehr soziale Interaktion erleben. Informelle Pflegepersonen berichten zudem von einem höheren Selbstwertgefühl im Vergleich zu Betreuungssituationen, in denen lediglich ein herkömmliches Ergometer ohne visuelle Inhalte genutzt wird.
Weitere Untersuchungen zeigen, dass die Nutzung der SilverFit Mile nicht nur soziale Kontakte fördert, sondern auch Einsamkeitsgefühle reduziert und das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit bei Menschen mit Demenz stärkt.
Praxisbeispiele zum SilverFit Mile
In der Sint Jacob Kliniek in Haarlem nutzt die geriatrische Physiotherapeutin Marijntje Borgwat den SilverFit Mile täglich in ihrer Arbeit.
Sie beobachtet, dass das System nicht nur Bewegung fördert, sondern auch das Gefühl von Einsamkeit reduziert. Vor der Einführung des SilverFit Mile wurden mehrere Fahrräder nebeneinander aufgestellt, sodass Klientinnen und Klienten gemeinsam trainieren konnten.
„Besonders Klienten, die ihre physiotherapeutische Behandlung bereits abgeschlossen haben und zwischen dem Leben zu Hause und dem Pflegeheim stehen, kommen hier zusammen“, berichtet sie.
Viele nutzen das Fahrradtraining täglich und kommen dabei miteinander ins Gespräch. Die virtuellen Routen wirken dabei besonders motivierend.
„Die Klienten fahren länger und mit mehr Freude. Ohne die SilverFit Mile würden viele von ihnen wahrscheinlich gar nicht trainieren.“
Im Trainingsraum stehen drei Fahrräder – eines ohne Bildschirm am Fenster sowie zwei mit SilverFit Mile.
„Wir lassen die Klienten frei wählen, aber etwa 90 % entscheiden sich für den SilverFit Mile.“
Ein weiterer Vorteil ist der intensivere Kontakt zu Angehörigen. Marijntje berichtet von einem Patienten nach einem Schlaganfall, der seine Begeisterung für die SilverFit Mile mit seiner Frau teilen wollte.
„Das gab ihr Vertrauen in seinen Fortschritt und eröffnete ein Gespräch über seine Rehabilitation.“
Seitdem besucht sie ihn häufiger während der Therapie. Marijntje ermutigt Angehörige grundsätzlich, bei den Sitzungen dabei zu sein.
Auch Menschen mit geistigen Behinderungen nutzen den SilverFit Mile mit großer Begeisterung.
Die Physiotherapeutin Carly Ulen von der Pergamijn-Stiftung in Echt setzt das System regelmäßig ein. Sie berichtet von einer 92-jährigen Bewohnerin mit geistiger Behinderung und Kniearthrose. Die Frau wurde in Weert geboren. Als sie entdeckte, dass sie während des Trainings virtuell durch ihre Heimatstadt fahren konnte, war sie sofort begeistert.
„Seitdem möchte sie nichts anderes mehr machen“, erzählt Carly. „Sobald ich sie nach der Therapie zurück auf ihr Zimmer bringe, fragt sie bereits, wann sie wieder in Weert Fahrrad fahren darf.“
Die Bewohnerin fährt jede Woche ihre Lieblingsroute und bleibt dadurch aktiv, was gleichzeitig dazu beiträgt, ihre Schmerzen zu reduzieren.
Auch Shannen van den Berg-Boutestijn nutzt den SilverFit Mile in der Einrichtung Aafje in Rotterdam. Sie beobachtet, dass die Motivation zum Radfahren durch die virtuellen Routen deutlich steigt.
„Wenn ein Training mit dem SilverFit Mile einmal ausfällt, werde ich sofort darauf angesprochen“, berichtet sie.
Auch während der Einheiten entstehen häufig Gespräche zwischen den Klienten, wenn sie gemeinsam dieselbe Route verfolgen.
Ein weiterer Effekt zeigt sich bei Bewohnern mit unterschiedlicher Muttersprache.
„Zu Beginn sind viele eher zurückhaltend. Wenn sie nebeneinander trainieren, entdecken sie oft, dass sie dieselbe Sprache sprechen – und suchen anschließend auch außerhalb der Therapie den Kontakt.“
SilverFit Flow

Hintergrund
Die SilverFit Flow-Konfiguration besteht aus einem Laptop, der mit einem Spirometer verbunden ist.
Das System nutzt visuelles Biofeedback, um Atemübungen für Klientinnen und Klienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten sichtbar zu machen. Dadurch lassen sich Übungen leichter erklären und von den Patientinnen und Patienten präziser ausführen.
Die Übungen basieren unter anderem auf Atemtherapie-Empfehlungen aus den KNGF-Leitlinien für COPD und Parkinson.
Forschung
Studien zeigen, dass Atemübungen mit Biofeedback-Unterstützung positive Effekte bei verschiedenen Patientengruppen haben, darunter Menschen mit COPD oder Parkinson. Sie fördern insbesondere ein besseres Bewusstsein für die eigene Atmung und mehr Kontrolle über den Atemrhythmus. Dadurch kann Atemnot reduziert werden. Zusätzlich steigern das Spielelement und die visuelle Darstellung die Motivation der Patientinnen und Patienten.
Praxisbeispiel: COPD
Eine Frau Ende sechzig mit COPD GOLD-Stadium 4 wird seit 2015 im Therapiezentrum Hazelaar in Tilburg (Organisation De Wever) behandelt. Der Physiotherapeut Roel de Kok, der über 15 Jahre Berufserfahrung verfügt, nutzt den SilverFit Flow ergänzend zur regulären Therapie. Ziel ist es, die vorhandenen Funktionen möglichst lange zu erhalten. Die Patientin nutzt einen Elektrorollstuhl, ist stark übergewichtig und benötigte lange Zeit dauerhaft Sauerstoff. Inzwischen ist die Sauerstoffversorgung auf die Nacht beschränkt.
Der SilverFit Flow wird meist am Ende der Therapiesitzung eingesetzt. Dabei wird tiefes Einatmen und kraftvolles, kontrolliertes Ausatmen trainiert. DDiese Übungen werden in Form verschiedener Spiele durchgeführt. Dabei müssen bestimmte Zielvolumina erreicht werden, indem die Patientin über das Spirometer ein- und ausatmet. Die Zielwerte werden individuell an ihre Leistungsfähigkeit angepasst.
Das Ziel der Therapie ist es, ihre Atemkontrolle zu verbessern und Atemnot zu reduzieren.
„Das visuelle Feedback hilft ihr, ihre Atmung besser zu verstehen. Gleichzeitig motiviert das Spielelement sie, weiterzumachen“, erklärt Roel.
Die Patientin kann in ihrem eigenen Tempo üben, wodurch sie ihre Belastungsgrenzen besser einschätzen lernt. Gleichzeitig verlängert sich die effektive Therapiezeit. Die automatische Speicherung der Ergebnisse liefert wertvolle Informationen.
„Wenn die Werte plötzlich deutlich schlechter werden, beobachte ich die Situation genauer. In manchen Fällen lasse ich beispielsweise ärztlich abklären, ob eine Lungenentzündung vorliegt.“
Nach eigener Aussage hat sich ihre Atmung deutlich verbessert.
„Ihre Atmung ist heute wesentlich besser kontrollierbar, und das hat ihre Lebensqualität deutlich gesteigert“, berichtet Roel.
Der SilverFit Flow wird auch am Damast-Standort der Organisation De Wever in Tilburg eingesetzt. Der geriatrische Physiotherapeut Stijn van Opstal behandelt dort eine 75-jährige Frau mit COPD im GOLD-Stadium 4, die vor sechs Wochen stark geschwächt aufgenommen wurde und zu diesem Zeitpunkt vollständig auf Unterstützung bei ihren alltäglichen Aktivitäten angewiesen war. Ihr Ziel ist es, wieder möglichst selbstständig zu werden. Die Therapie umfasst daher sowohl Gehtraining als auch Atemübungen mit Unterstützung des SilverFit Flow.
Während des Atemtrainings übt die Patientin tiefes Einatmen, kräftiges Ausatmen, kontrolliertes Ausatmen sowie die Regulierung ihres Atemrhythmus. Die Übungen werden in Form verschiedener Spiele durchgeführt. Dabei atmet die Patientin über ein Spirometer ein und aus, um vorgegebene Zielvolumina zu erreichen. Diese Zielwerte werden individuell auf ihre Leistungsfähigkeit abgestimmt.
Für die Klientin wirkt der SilverFit Flow zudem stark ablenkend – ein wichtiger Vorteil, da sie unter Angst- und Hyperventilationsbeschwerden leidet. Stijn beschreibt dies so:
„Ohne den SilverFit Flow ist Atemtherapie sehr bewusst und kann dadurch Stress auslösen. Mit dem SilverFit Flow spielt sie ein Spiel und richtet ihre Aufmerksamkeit weniger auf ihre Beschwerden.“
Die automatisch erfassten Ergebnisse helfen außerdem dabei, den Therapieverlauf zu überwachen. Bei plötzlichen Verschlechterungen veranlasst Stijn gegebenenfalls zusätzliche Untersuchungen, beispielsweise Bluttests. Ein weiterer Vorteil ist die Mobilität des Systems:
„An schlechten Tagen nutze ich den SilverFit Flow direkt am Bett, sodass die Patientin ihre Therapie trotzdem durchführen kann.“
Sowohl die Patientin als auch der Therapeut können anhand der Ergebnisse erkennen, dass sich ihre Atemleistung verbessert. Die festgelegten Zielvolumina lassen sich zunehmend leichter erreichen.
„Das motiviert sie sehr und hilft ihr, ihre eigenen Fortschritte wahrzunehmen.“
Im weiteren Verlauf der Behandlung können die Zielvolumina schrittweise angepasst werden, um die Patientin weiterhin angemessen zu fordern.
Fazit

Der Einsatz der SilverFit-Systeme in der geriatrischen Physiotherapie hat sich als wirkungsvoll und motivierend erwiesen. Durch den spielerischen Ansatz werden Therapieeinheiten abwechslungsreicher, zugänglicher und leichter über längere Zeit aufrechterhalten.
Die Spiele sorgen für mehr Selbstständigkeit, verlängern die Trainingszeit und entlasten die Therapeutinnen und Therapeuten. Darüber hinaus fördern sie soziale Interaktion und die Einbindung von Angehörigen. Sowohl wissenschaftliche Studien als auch praktische Erfahrungen aus der Therapie zeigen, dass Serious Games wie die SilverFit-Systeme eine wertvolle Ergänzung in der geriatrischen Rehabilitation darstellen.
Literatur
- Trainingsrichtlinien. Sport und Bewegung in der Zahl. Verfügbar auf: https://www.sportenbewegenincijfers.nl/kernindicatoren/beweegrichtlijnen
- Richtlinien. Königliche Niederländische Gesellschaft für Physiotherapie. Verfügbar auf: https://www.kennisplatformfysiotherapie.nl/richtlijnen/
- Van der Kooij K, Van Dijsseldonk R, Van Veen M, Steenbrink F, De Weerd C, Overvliet KE. Gamification als nachhaltige Quelle des Vergnügens bei Balance- und Gangübungen. Grenzen in der Psychologie. 2019 1. März; 10:294.
- Pisica Donose, G., Razzolini, O., Bardgett, M. Lim, F., & Samarcq, L. (2017). Auswirkungen der Nutzung der SilverFit Mile-Videos auf die Trainingszeit. Präsentiert im Congres Fragilité in Paris, Frankreich.
- van Santen J, Dröes RM, Twisk JW, Henkemans OA, van Straten A, Meiland FJ. Auswirkungen von Exergaming auf die kognitive und soziale Funktion von Menschen mit Demenz: eine randomisierte kontrollierte Studie. Zeitschrift der American Medical Directors Association. 1. Dezember 2020; 21(12):1958-67.
- Budak KB, Heins P, Uribe FL, Felding SA, Roes M. Es gibt keine Einheit: Elemente der Einführung virtueller Fahrradtouren, um Einsamkeit bei Menschen mit Demenz zu bekämpfen. Digitale Gesundheit. 2024 Sep;10:20552076241277886.
- KNGF. KNGF-Richtlinie ‚COPD‘. 2020. Verfügbar auf https://www.kngf.nl/kennisplatform/richtlijnen/copd-2020.
- Van Nimwegen, M., Nijkrake, M., Munneke, M., De Groot, D., BSc, Heijblom, K. G., & Meerhoff, G. A., MSc. (2017). KNGF-Leitlinie für Parkinson. In der KNGF-Richtlinie. https://www.parkinsonnet.nl/app/uploads/2019/11/KNGF-richtlijn-Ziekte-van-Parkinson-Praktijkrichtlijn.pdf
- Blum J, Rockstroh C, Göritz AS. Entwicklung und Pilottest eines virtuellen respiratorischen Biofeedback-Ansatzes. Angewandte Psychophysiologie und Biofeedback. 2020 Sep;45:153-63.
- Kang J, Hong J, Lee YH. Entwicklung und Machbarkeitstest einer kontaktlosen Atemübungslösung für den Mund mittels virtueller Realität: eine randomisierte Crossover-Studie. Asiatische Pflegeforschung. 1. Dezember 2021; 15(5):345-52.
Autorin
Lucy IJntema
Autorendetails
Lucy IJntema war Bewegungswissenschaftlerin bei SilverFit. SilverFit entwickelt motivierende medizinische Hilfsmittel in Form von Spielen.
Korrespondenz
info@silverfit.nl
Schlüsselwörter
Serious games ; SilverFit ; Motivation ; Bewegung mit Freude; Visuelles Feedback
„Die Balance-Übungen des SilverFit 3D werden in Spielform angeboten, sowohl statisch als auch dynamisch. Das macht es nicht nur unterhaltsamer, sondern sorgt auch dafür, dass die Kunden automatisch mehr Wiederholungen machen.“ (Praktisches Beispiel für Rückenmarksverletzungen sowie Kraft- und Gleichgewichtsübungen?, Absatz 2).
„Wenn ich dieselbe Übung mit Kegeln am Boden machen würde, würde er schneller nachlassen. Aber mit dem Spiel ‚Der Maulwurf‘ auf dem SilverFit 3D hält er mühelos drei Minuten durch.“ (Praktisches Beispiel für funktionelle Integrität bei Parkinson, Absatz 2).
„Das visuelle Feedback gibt ihr Einblicke in ihre Atmung und das Spielelement ermutigt sie, weiterzumachen.“ (Praktisches Beispiel von Klienten mit COPD bei SilverFit Flow, Absatz 3).



